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Test: Darksiders Genesis

Bereits für Dezember 2019 wurde der neue Ableger der Darksiders-Reihe feierlich angekündigt, sodass bei der Zockergemeinde dementsprechend hohe Erwartungen geschürt wurden. Nachdem der Titel, zumindest für die Konsolen, schließlich auf Februar verschoben wurde, wurde die Geduld der Spielergemeinde am 14. Februar 2020 mit der Veröffentlichung von „Darksiders Genesis“ nun endlich belohnt. Das Diablo-Double samt rabenschwarzem Humor schickt den Spieler auf einen düsteren Höllenritt und konfrontiert ihn mit Horden triefender Dämonen. Wir haben den Action-Titel einmal genauer unter die Lupe genommen und verraten euch, ob die teuflische Mission sich auch für den Spieler lohnt.

Das Schicksal in den Händen der apokalyptischen Reiter

„Darksiders Genesis“ versteht sich als Prequel der dreiteiligen Spielserie und setzt vor den Geschehnissen von des Titels „Darksiders 1“ an. Der Spieler schlüpft in die Rolle der beiden apokalyptischen Reiter Strife und War, die von dem feurigen Rat entsandt werden, um einen Höllengott der besonderen Art auszuschalten. Der Dämonenfürst Lucifer strebt eine teuflische Herrschaft an, bei der die Menschen als gesichtslose Sklaven herhalten sollen. Doch bevor der Spieler sich dem Herren aller Dämonen höchstpersönlich stellen kann, muss er sich durch eine von Monstern und Untoten gepflasterte Welt kämpfen.

Epische Kämpfe – jedoch ohne Lootsystem

Um die Höllenmission anzutreten, kann der Spieler zu Beginn wahlweise die Rolle von Strife oder War übernehmen. Während Freunde des Nahkampfes vor allem mit War gut beraten sind, lassen sich Gegner mit Strife am besten aus der Ferne ausschalten. Durch die unterschiedlichen Skillsets der beiden Protagonisten sowie dem flexiblen Wechsel beider Figuren erhält Darksiders Genesis eine angenehm taktische Tiefe während der einzelnen Kämpfe. Die Kämpfe selbst finden aus der Top-Down-Perspektive statt und stellen den Spieler immer wieder vor knackige Herausforderungen. Während wildgewordene Skelette sowie geflügelte Untote sich vergleichsweise schnell aus dem Weg räumen lassen, erfordern die Minibosse zuweilen schon die richtige Kampfstrategie, um ins Jenseits befördert zu werden. Eine besondere Rolle spielen an dieser Stelle auch die sammelbaren Kugeln, die den Zorn der Spielhelden stetig ansteigen lassen, welcher wiederum einen erhöhten Schaden bei den Gegner anrichtet. Einige Monster hinterlassen nach ihren Ableben zudem sogenannte Kreaturenkerne, mit denen sich die einzelnen Fähigkeiten der Spielhelden verbessern lassen. Zudem lohnt es sich, die einzelnen Welten nach Fährmannsmünzen und Seelen abzusuchen, welche wiederum ebenfalls in Upgrades investiert werden können. Allerdings sei an dieser Stelle erwähnt, dass „Darksiders Genesis“ im Gegensatz zu Diablo auf ein vollumfassendes Lootsystem verzichtet, sodass einige Spieler zuweilen etwas frustriert sein werden.

Monsterjagd im Koop-Modus

Sofern der Spieler gerade nicht zu Klinge und Schusswaffe greift, muss er knifflige Umgebungsrätsel absolvieren, bei denen die Fähigkeiten der beiden Spielhelden geschickt eingesetzt werden sollten. Während Strife beispielsweise im Umgang mit Teleport-Portalen besonders bewandert ist, lassen sich mit den fliegenden Klingen von War auch schwer erreichbare Schalter anvisieren. Die einzelnen Level von „Darksiders Genesis“ lassen sich über eine Hubwelt erreichen, die durch das sogenannte Schlangenloch repräsentiert wird. Neben siebzehn Leveln erwarten den Spieler zahlreiche Arenen, in denen er sich durch immer stärker werdende Gegnerwellen metzeln muss. Die einzelnen Level präsentieren sich in dem für Darksiders typischen Gewand und decken verschiedene Themenwelten, wie beispielsweise Wüsten, Sümpfe, Ruinen sowie Gebirgszüge ab. Übrigens ist in jedem Level eine nützliche Karte versteckt, die dem Spieler eine genaue Übersicht über die einzelnen Endbosse, Truhen sowie andere wichtige Items bietet. Wer die kriechenden Monster gemeinsam mit Freunden aus dem Weg räumen möchte, der kann wahlweise den lokalen Multiplayer samt Split-Screen oder den Online-Koop-Modus nutzen.

Gelungener Comic-Stil sowie stimmungsvoller Soundtrack

In Sachen Grafik setzt „Darksiders Genesis“ zwar keine neuen Maßstäbe – überzeugt allerdings durch einen gelungenen Comic-Stil. Während die Zwischensequenzen stimmungsvoll inszeniert wurden, wird der Spieler sich in die etwas überladene Steuerung zunächst noch einfinden müssen. Die englische sowie deutsche Synchro als auch der atmosphärische Soundtrack lassen hingegen keinen Raum für Kritik zu und fangen das Spielgeschehen in jeder Sequenz perfekt ein.

Meinung

„Darksiders Genesis“ erweist sich als atmosphärischer Ableger der beliebten Spielreihe und schafft es, ebenso wie die Vorgänger, spannende neue Ansätze zu liefern. Wenn auch der Spieler in „Darksiders Genesis“ auf ein umfassendes Lootsystem verzichten muss, so ermöglicht der durchdachte Talentbaum die Umsetzung verschiedenster Spielstile. Während die beiden Multiplayer-Modi einen zusätzlichen Spielanreiz bieten, sorgen die verschiedenen Schwierigkeitsgrade dafür, dass selbst passionierte Kenner des Genres hin und wieder in die Knie gezwungen werden. Die einzelnen Level fallen gewohnt düster und abwechslungsreich aus und laden dank zahlreicher versteckter Items sowie kniffliger Rätselpassagen zum Erkunden und Entdecken ein. Keine Frage, „Darksiders Genesis“ kommt in Sachen Umfang zwar nur schwer an andere Genregrößen heran - allerdings werden vor allem Liebhaber der Spielserie keinesfalls enttäuscht werden.
Präsentation
8
Spieldesign
8
Atmosphäre/Story
8
Balance
9
Umfang
7
Jeanette Kanitz
Freie Redakteurin

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