TEST

Test: Assassin’s Creed Valhalla

Vom Meuchelmörder zum Wikinger

Mit „Assassin’s Creed Valhalla“ dürfen Spieler wieder einmal in die Rolle tapferer Meuchelmörder schlüpfen und diesmal einen Abstecher in die Welt der nordischen Mythologie machen. Ob die neue Spielwelt überzeugen kann und ob auch die blutdürstenden Wikinger sich in den Schlachten behaupten können?

Die Reise beginnt im verschneiten Norwegen

Der Spieler schlüpft in die Rolle des wagemutigen Eivors, der im verschneiten Norwegen eine Zeit des Umbruchs erlebt. So steht das Land unter der Regentschaft von Harald dem Ersten, der alle Kriegsmänner Norwegens zu einem mächtigen Heer vereinen will. Dieses Unterfangen findet jedoch vor allem bei seinem Gegenspieler Sigurd nur wenig Anklang. Gemeinsam mit Eivor strebt der machtdürstende Kämpfer nach seinem eigenen Königreich in den Weiten Englands. Das Abenteuer beginnt und schon bald soll Eivor feststellen, dass die Wikinger ihren ganz eigenen Gesetzen folgen.

Actiongeladene Plündereien auf See

Zunächst sei erwähnt, dass „Assassin’s Creed Valhalla“ mit einer wirklich beeindruckenden Open-World überzeugen kann. Hartgesottene Wikinger sind natürlich nicht nur mit dem Pferd unterwegs, sondern starten ihre Eroberungen vorzugsweise per Schiff. So sticht der Spieler in erster Linie mit dem Langboot auf See, um die einzelnen Gebiete via Schnellreise anzusteuern und sich der ein oder anderen Plünderei zu widmen. Gleichzeitig müssen immer wieder kleinere sowie größere Schlachten geschlagen und neue Bündnisse geschlossen werden. Natürlich dürfen Spieler auch in „Assassin’s Creed Valhalla“ wieder zur Klinge greifen und sich in gewohnter Meuchelmörder-Manier auf die Pirsch begeben. Die Bossgegner könnten nicht besser an die nordische Szenerie angelehnt sein und stellen selbst geübte Kämpfer noch vor eine knackige Herausforderung. Daher sind Spieler gut darin beraten, die Schwachpunkte ihres Gegenübers möglichst frühzeitig auszumachen, um nicht in die Knie gezwungen zu werden. Das Kampfsystem ist insgesamt sehr durchdacht und umfasst eine Vielzahl ausgeklügelter Moves sowie mächtiger Waffen. Spieler können das Skillset ihres Charakters zudem dank des komplexen Talentbaums kontinuierlich ausbauen sowie auch Rüstungsgegenstände beim Schmied herstellen und aufwerten lassen. Natürlich nehmen auch die altbekannten Stealth-Einlagen wieder eine zentrale Rolle ein, sodass Spieler sich geschickt an gegnerische Wachen heranschleichen und diese beispielsweise mit dem Bogen außer Gefecht setzen können. Auch die Schleich-Passagen fügen sich fließend in die Schauplätze ein, sodass der Spieler sich beispielsweise in der Robe eines Mönchs Zugang zu einem Kloster verschaffen muss.

Eine beeindruckende Open-World

Sofern das Schwert einmal nicht geschwungen wird, gilt es, eine Vielzahl an Minispielen und Nebenmissionen zu absolvieren. So macht der Spieler beispielsweise Bekanntschaft mit einem kleinen Mädchen oder muss sich dem Training seines Pferdes widmen. Die einzelnen Charaktere und Quests sind perfekt in die lebendige Spielwelt eingebettet und lassen diese noch realistischer erscheinen. Natürlich lässt sich die Zeit auch mit umfassenden Crafting-Aufgaben überbrücken. Die Spielwelt ist daher reich bestückt ist mit wertvollen Rohstoffen, die sich wahlweise ernten oder erbeuten lassen. Zwischen den einzelnen Missionen lohnt es sich, den Blick in der weitläufigen Spielwelt schweifen zu lassen. Die Entwicklerschmiede Ubisoft hat wirklich keine Mühen gescheut, um dem Spieler das nordische Valhalla mit all seinen Facetten näherzubringen. So verschlägt es den Spieler in die schneebedeckten Weiten Norwegens, in mittelalterliche Ruinen sowie natürlich auf die von Wikingerschiffen besetzte See

Technisch nicht ganz perfekt

In Bezug auf Grafik lässt sich für „Assassin’s Creed Valhalla“ nur schwer ein eindeutiges Urteil fällen. Zunächst könnten die einzelnen Schauplätze nicht eindrucksvoller in Szene gesetzt sein. Es macht wirklich Spaß, zwischendurch innezuhalten und den Lichtspielen sowie dem Schneegestöber zu folgen. Allerdings erscheinen vor allem kleine Details mitunter verschwommen und auch die Charaktermodelle fallen zum Teil generisch und einfallslos aus. Die Akustik gleicht diese kleinen Makel jedoch mühelos wieder aus. So werden vor allem die Plündereien mit den richtigen Sounds untermalt, sodass Spieler sich auf das ein oder andere Spektakel freuen dürfen. Auch die Deutsche Synchro hat ganze Arbeit geleistet und lässt die einzelnen Figuren zu markanten Charakteren aufwarten.

Meinung

„Assassin's Creed Valhalla“ erweist sich als spannendes Open-World-Spiel, das zumindest auf den ersten Blick vollends überzeugen kann. Mit dem nordisch angehauchten Wikinger-Abenteuer dürfen sich Freunde der Serie auf beeindruckende Schauplätze freuen und Ihre Meuchelmörder-Fähigkeiten noch einmal neu auf die Probe stellen. Sowohl die Missionen als auch die Kämpfe sind perfekt an die Szenerie angelehnt und lassen den Spieler tief in die nordische Welt eintauchen. Allerdings mangelt es „Assassin's Creed Valhalla“ an einer wirklich packenden Story, die bei vielen Vorgängern als wichtiges Tragwerk galt. Auch die Grafik könnte einen Feinschliff vertragen, um das Setting noch realistischer erscheinen zu lassen. Dennoch werden Genre-Fans zweifelsohne Gefallen an „Assassin's Creed Valhalla“ finden und dürfen sich auf ein Assassinen-Abenteuer der etwas anderen Art freuen.
Präsentation
8
Spieldesign
9
Atmosphäre/Story
8
Balance
8
Umfang
8
Jeanette Kanitz
Freie Redakteurin

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